Das "Hartberger Gmoos" ein Feuchtgebiet mit Zukunft
Prägend für das Landschaftsbild in Hartberg, aber auch für dessen Entwicklung ist neben dem Ringkogel das in einer weiträumigen Senke südlich vor der Stadt liegende "Hartberger Gmoos".

Bis ins 15. Jahrhundert war dieses Gebiet vom ca. 30 ha großen Edelsee bedeckt, der 1736 noch als "größerer Teich" im Waldgebiet "Edelschachen" genannt wird (Simmler).

Natürliche Verlandung dieses Seichtgewässers, aber auch kontinuierliche Entwässerungsmaßnahmen ermöglichten zunehmend landwirtschaftliche Nutzung, so zur Produktion von Pferdefutter und Einstreu. Verbliebene Wasserflächen, aber auch zusätzlich geschaffene (z.B. Stachel-Teich) dienten lange der Eisgewinnung für Gasthöfe und das Bierdepot. Die tieferen Temperaturen in dieser natürlichen Senke machten dies bestens möglich.

Während noch 1968 ein Badesee entstehen sollte, oder in den 80igern Jahren ein Hochwasserrückhaltebecken, kam es langsam zur Nutzungsumstellung auf den Gmoos-Wiesen. Sauergräser waren nicht mehr gefragt, die Mähintervalle wurden größer und so holte sich die Natur stetig Fläche um Fläche zurück.

Es entstanden dauerhafte Großeggenbestände und weiträumige Schilfgebiete, Rainbüsche und -Bäume konnten sich ungestört entfalten und bilden nunmehr Charakterelemente dieses Gebietes.

 Als Feuchtgebiet mit seinen unterschiedlichen Lebensräumen und seinem speziellen Kleinklima bietet es in einer von Landwirtschaft und Stadtentwicklung stark geprägten Landschaft die einzigen Überlebensräume für eine Vielzahl von Arten. Es ist daher auch kein Zufall, dass gerade hier über 70 gefährdete Tierarten, vor allem Insekten, noch entsprechende Lebensbedingungen vorfinden.

"Das pfarrliche Totenbuch erzählt vom  29. April 1764, dass der Stallknecht Andreas des Stiftes Vorau, 36 Jahre alt, mit einem von ihm geführten Pferde in das Gmoos gekommen sei, wo beide einsanken.
Das Tier kam davon, der Mensch wurde tot aufgefunden".

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