| Die Oststeirische
Römerweinstraße folgt von Weinberg zu Weinberg den Wegen
und Spuren einer 2000-jährigen Geschichte.
Die keltischen Einwohner gehörten zum Königreich Norikum und sind nach
dessen unblutiger Besetzung vielfach zu Bürgern des römischen Reiches
geworden. Mit der Kultur und dem Reichtum Roms hielt auch die Weinkultur ihren Einzug. Die „Villa rustica" eines Gutsbesitzers, hochentwickelte und mit gemauerten Kammern ausgestattete Hügelgräber und kunstvoll reliefvierte Monumente aus weißem Marmor oder Standstein legen von dieser etwa 400 Jahre dauernden Periode Zeugnis ab. Im Mittelalter werden dann eine Vielzahl von Weingärten urkundlich genannt. Die damals schon große wirtschaftliche Bedeutung des Weines belegt die Jahresbilanz der gräflichen Herrschaft Kottulinsky 1720, in welcher die Erlöse aus der Rinderzucht 390, aus dem Wald 207, aus dem Weinverkauf aber 2150 Gulden betragen. |
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Heute gedeiht die Weinrebe auf inselartigen Bergrieden einer abwechslungsreichen und poetischen Landschaft zwischen den Hügeln. Die Gäste genießen bei einem Glas Wein Freude und Gemütlichkeit und sind entrückt in eine Oase zwischen tiefen Wäldern - Peter Rosegger sprach „vom einzigen Eden, das dem Glücklosen geblieben sei" - sowie im Frühling von blühenden und im Herbst von fruchtbunten Wein- und Obstgärten. |
| Die Verlockung, das Besondere und Schöne
auch am Wegrand aufzuspüren, ergibt sich beim Radwandern gleichermaßen
wie zu Fuß, wobei man nach der Dorftradition auch „neben die
Schuech", also bloßfüßig, gehen kann. Bei jedem Ausflug zeigen
grüne Buschen die der Bauern eigene Art an, ein Glas Wein oder Most und
die eigenproduzierte Jause in ursprünglicher Atmosphäre los zu werden.
Aber auch viele Gasthäuser und Hotels schenken den heimischen Tropfen. Langjährige weinbäuerliche Erfahrung und moderne Kellerwirtschaft garantieren einen hohen Standard. Die klimatischen Kleinräume erlauben eine Sortenvielfalt, wobei Welschriesling und Weißburgunder (Pinot blanc) vorherrschen. Daneben gibt es den Müller-Thurgau (Riesling X Sylvaner), den Goldburger, den Ruländer (Pinot gris) und zunehmend wieder den sehr geschätzten Morillon (Chardonnay). Beim Rotwein dominieren Zweigelt, Blauburger und die säurig-robuste Spezialität des steirischen Schilchers. Die Qualitätsweine werden mehrfach ab Hof angeboten und es besteht auch die Möglichkeit, an einer Verkostung oder mitunter an einer Kellerführung teilzunehmen. Hierbei empfiehlt sich die vorherige Anmeldung. |
von Gleisdorf bis zum Hollerberg Folgt man der Oststeirischen Römer-Weinstraße von Gleisdorf aus, so finden sich schon hinter dem Rathaus erste Spuren der Römer, die den Weinbau zur „Weinkultur" verfeinerten. Charakteristisch für den Weinbau um Gleisdorf sind die starken klimatischen Unterschiede auf engstem Raum. Das pannonische, warme Klima verzahnt sich mit dem rauheren Klima der Alpenregion. Die großen Tag/Nacht Temperaturunterschiede geben den Weinen dieses Gebietes ihre einzigartige Note. von Hoferberg über den Ring nach St. Magdalena Von den Weingärten des Hoferberges schweift der Blick an klaren Tagen über die halbe Oststeiermark: von dem schroffen Vulkanschlot, auf dem die Riegersburg thront zu den runden Kuppen der Gleichenberger Kogeln. Aus dem Süden grüßen die Windischen Bühel, gleichsam die Nachbarn aus Slowenien. Die römischen Spuren, die uns auf der gesamten Weinstraße begleiten, verdichten sich in St. Johann bei Herberstein: die neben Bad Waltersdorf größte römerzeitliche Grabsteinsammlung der Oststeiermark weist an der Kirchenmauer unter anderem einen Weinstock als Lebensbaum auf. Folgt man der Weinstraße weiter, so steht verborgen im Wald bei Altenberg die Lorettokapelle mit ihrer schwarzen Madonna. Die Straße folgt bis St. Magdalena dem Höhenrücken, von dem aus der Blick über das Burgenland bis weit ins ungarische hinein schweifen kann. von St. Magdalena bis nach Bad Waltersdorf Der dritte Abschnitt der Römer-Weinstraße beginnt auf einem Höhenrücken mit einem wahren Breitwand- Panorama über die Oststeiermark weit in das pannonische Burgenland. Vom Wechselgebirge zum Hartberger Ringkogel und dem Rabenwald im Norden, über die zunehmend alpin werdenden Hügelketten im Westen bis zu den Vulkankegeln der Riegersburg und um Bad Gleichenberg im Süden öffnet sich der Blick. Die immergrünen Waldkuppen harmonieren mit Weinbergen und Apfelgärten zu einer Symphonie der Natur- und Kulturlandschaft. Die Straßen entlang der Höhenrücken haben vor zweitausend Jahren die römischen Landgüter von Bad Waltersdorf, Löffelbach, Grafendorf, St. Johann bei Herberstein und Gleisdorf untereinander, mit ihrer Distriktstadt Flavia Solva und der Bernsteinstraße, die seit der Steinzeit zwischen der Ostsee und der Adria verlief, verbunden. Wenn vor der Heiltherme die „Oststeirische Römerweinstraße" zu Ende geht, so ist dies gleichzeitig ein Anfang, denn genauso schön ist es, sie „verkehrtherum" zu entdecken... |